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SUMMARY:Ayo Akingbade: Crossing
DESCRIPTION:Ausstellungseröffnung: Freitag\, 25. September 2026\, 18–21 Uhr\nLöwenbräu Season Opening: Freitag\, 25. September 2026\, 18–23 Uhr\nMit Crossing präsentiert die Kunsthalle Zürich die erste institutionelle Einzelausstellung der in London lebenden Filmemacherin und Künstlerin Ayo Akingbade (geb. 1994\, London) ausserhalb Grossbritanniens. Die Ausstellung vereint zwei Neuproduktionen\, die in der Kunsthalle Zürich Premiere feiern\, mit früheren Arbeiten der Künstlerin und zeichnet dabei Akingbades kontinuierliche Auseinandersetzung mit Urbanismus und Architektur sowie mit den sozialen und politischen Kräften\, die diese prägen\, nach. \nIn den vergangenen zehn Jahren hat Akingbade rund zwanzig Kurzfilme realisiert\, die sich zwischen experimentellem Dokumentarfilm\, Fiktion und persönlichem Essayfilm bewegen und sowohl im Rahmen von Ausstellungen als auch im Kino-Kontext präsentiert werden. Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen meist bestimmte Architekturen und Orte – vom sozialen Wohnungsbau über Einkaufszentren und Fabriken bis hin zu anderen öffentlichen und privaten Räumen –\, die die Künstlerin meist auf Zelluloid festhält. Akingbade interessiert sich dabei jedoch weniger für Architektur als gebaute Form als vielmehr dafür\, wie Menschen diese Räume bewohnen\, miteinander teilen oder sich durch sie bewegen – sowie schliesslich dafür\, wie sich umfassendere gesellschaftliche und politische Veränderungen in der gebauten Umwelt manifestieren und den Alltag ihrer Bewohner:innen prägen. \nAkingbade wurde 1994 in Hackney geboren\, einem Stadtteil im Osten Londons\, der in den vergangenen Jahrzehnten tiefgreifende urbane und gesellschaftliche Veränderungen erfahren hat. Fragen rund um Gentrifizierung\, Wohnraum und die Verdrängung lokaler Gemeinschaften standen im Zentrum vieler ihrer frühen Arbeiten. In ihrer zwischen 2016 und 2018 entstandenen No News Today-Trilogie etwa setzte sie sich mit der Nutzung von Sozialwohnungen und den sich wandelnden Lebensbedingungen in London auseinander. Diese Themen kehren auch in Deadphant (2020) wieder\, einem dreiminütigen Porträt des Einkaufszentrums Elephant & Castle in London. Auf Super-8-Film und kurz vor der Schliessung des Einkaufszentrums gedreht\, zeigt die Arbeit sowohl einen Ort als auch die Gemeinschaften\, die von der bevorstehenden städtebaulichen Transformation betroffen sind. \nThe Fist (2022)\, Akingbades erste Arbeit auf 35-mm-Film\, richtet den Blick auf Nigeria\, das Herkunftsland ihrer Familie. In der Guinness-Brauerei in Lagos gedreht dokumentiert der Film einen Arbeitstag innerhalb der Fabrik und begleitet die Arbeiter:innen und Maschinen bei der Ausführung ihrer repetitiven\, präzise aufeinander abgestimmten Tätigkeiten. In jüngerer Zeit führte Akingbades Arbeit sie nach Mitteleuropa. In Nichtschwimmer (2026)\, während einer Residency im Westen Deutschlands nahe der belgischen und niederländischen Grenze entstanden\, tritt die Künstlerin selbst vor die Kamera und übernimmt die Rolle der Protagonistin. In einem historischen Jugendstil-Schwimmbad\, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts als öffentliche Schwimm- und Badeanstalt errichtet wurde – zu einer Zeit\, als Fragen der öffentlichen Gesundheit\, der Wohnverhältnisse und der Hygiene eng miteinander verbunden waren –\, führt Akingbade einfache Schwimmübungen aus\, die durch Rhythmus und Wiederholung zunehmend an choreografierte Bewegungen erinnern. \nIn Two Truths (2026)\, einer für die Ausstellung in Auftrag gegebenen neuen 35-mm-Arbeit\, die in Zürich gedreht wurde\, widmet sich Akingbade erneut dem Verhältnis von Körper\, Bewegung und Architektur. Als Referenz dient Trisha Browns wegweisende Performance Man Walking Down the Side of a Building (1970). Browns einfache\, zugleich radikale Idee\, vertikal an der Fassade eines Gebäudes hinabzugehen\, wird dabei in einen anderen Kontext überführt. Unterschiedliche Bewegungen\, Wege und Blicke kreuzen sich – ganz im Sinne des Ausstellungstitels –\, ohne sich zu einer einzigen Perspektive aufzulösen. Bewegung wird so nicht nur zu einem Mittel\, einen Ort zu durchqueren\, sondern auch zu einer Möglichkeit\, unterschiedliche Perspektiven auf diesen Ort miteinander in Beziehung zu setzen. \nZusammengefasst verfolgen die in der Ausstellung präsentierten Arbeiten die Idee der Bewegung durch verschiedene Städte\, Architekturen und filmische Ansätze. Was sie verbindet\, ist Akingbades wiederkehrende Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen dem Körper und dem Raum\, den er durchquert – sowie mit den sozialen und politischen Bedingungen\, die sich darin manifestieren.
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LOCATION:Kunsthalle Zürich\, Limmatstrasse 270\, Zürich\, Zürich\, 8005\, Switzerland
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SUMMARY:Caspar Heinemann: Tempting Fate
DESCRIPTION:Ausstellungseröffnung: Freitag\, 25. September 2026\, 18–21 Uhr\nLöwenbräu Season Opening: Freitag\, 25. September 2026\, 18–23 Uhr \nIn seinen Skulpturen\, Installationen\, Performances\, Zeichnungen und Texten überführt der in Glasgow lebende Künstler Caspar Heinemann (geb. 1994 in London) Sprache\, Erzählungen und historische Fragmente in materielle und räumliche Formen. Dabei verbindet er häufig queere und gegenkulturelle Geschichten mit Bezügen zu Kunst und Architektur\, die abseits des Mainstreams entstanden sind\, sowie zu spirituellen und literarischen Traditionen\, in denen oftmals unerwartete Erzählungen und Figuren zum Vorschein kommen. Im Zentrum seiner Ausstellung in der Kunsthalle Zürich steht eine neue\, raumgreifende Installation\, die Heinemanns Interesse an handwerklichen Prozessen und Materialität aufgreift. Darin richtet Heinemann den Blick auf den Nachthimmel – ein wiederkehrendes Motiv in seinem Werk\, anhand dessen er Fragen nach Kontinuität\, Vorstellungskraft und sogenanntem «magischen Denken» untersucht. \nABRACADABRA (2026)\, eine eigens für die Ausstellung entwickelte Installation\, umfasst einfache Holzpaletten und einen schweren\, schalldämpfenden\, handbestickten Vorhang\, der den Raum der Kunsthalle Zürich in zwei Hälften teilt. Die Konstruktion erinnert an eine improvisierte Theaterbühne in einer Schule oder einem Gemeindesaal und besteht aus zwei identischen\, Rücken an Rücken installierten Bühnen\, die jeweils über eine Treppe verfügen. Tatsächlich gibt es jedoch weder eine Vorder- noch eine Rückseite und auch keinen für das Theater charakteristischen eigentlichen Backstage-Bereich. Die Trennung ist eine Illusion: Die Rückseite jeder Bühne dient zugleich als Vorderseite der jeweils anderen. \nWie die einfache Konstruktion aus Europaletten folgt auch der schwarze Vorhang einer bewusst handgemachten Ästhetik. Aus einer Vielzahl verschiedener Stoffe zusammengenäht und mit groben Stichen befestigten Sternen versehen\, bleiben Fäden und Nähte sichtbar und verweisen damit auf Heinemanns Erfahrungen mit Punk-\, DIY- und Hausbesetzerkulturen und deren Verwendung von leicht verfügbaren Materialien. Die Prozesse des Anfertigens\, Reparierens und bewussten Einfügens von Patchwork-Elementen bleiben dabei gezielt uneindeutig. Der Nachthimmel dient hier als allegorisches Mittel\, das die Kluft zwischen dem Ding und seiner Darstellung verkompliziert: Einige wenige Sterne auf schwarzem Grund genügen\, um das Bild eines Nachthimmels zu erzeugen\, während sich das\, was sie darstellen sollen\, letztlich jeglicher Abbildung entzieht. Als Motiv\, das zugleich geografisch spezifisch und universell ist\, wird der Nachthimmel so zu einer Projektionsfläche für Vorstellungen und Bedeutungen – und für den Versuch\, etwas letztlich Unbegreifliches fassbar zu machen. \nIm Dialog mit ABRACADABRA steht 2x Early Post War Black Forrest Cuckoo Clocks Hand Painted Shields Restoration (2026)\, eine ebenfalls eigens für die Ausstellung entstandene Arbeit. Zwei Holzuhren aus dem Schwarzwald wurden für die Ausstellung restauriert und wieder funktionsfähig gemacht. Ihr Ticken wird über Kontaktmikrofone und Lautsprecher verstärkt und erfüllt den Ausstellungsraum. Die Uhren erinnern an die Ästhetik von Volkskunst und traditionellem Handwerk\, wurden jedoch zwischen 1947 und 1952 für den Export in Massenproduktion hergestellt – in einer Zeit\, in der Produktionsverfahren aus der Vorkriegszeit vorübergehend wieder aufgenommen wurden. Heinemann interessiert sich dafür\, wie die mit dem Nationalsozialismus verbundene „völkische“ Bildsprache auch nach Kriegsende eine breite Anziehungskraft bewahrte. Die Uhren stehen in Kontrast zur bewusst improvisierten Anmutung von ABRACADABRA\, die auf nichtkommerziellen Techniken von Hobbyisten und Gegenkulturen zurückgreift. Heinemann interessiert sich dabei für das Verhältnis zwischen den gegensätzlichen Ästhetiken der beiden Arbeiten und den sozialen und ethischen Vorstellungen\, die mit ihnen verbunden sind – und damit auch für die Rolle des Imaginären im Politischen. \nVerschiebungen und Mehrdeutigkeiten spiegeln sich auch in Heinemanns Umgang mit Sprache wider\, insbesondere in den Titeln seiner Arbeiten. ABRACADABRA ist ein Wort unklaren Ursprungs\, das sowohl in rituellen Praktiken als auch bei illusionistischen Darbietungen verwendet wird\, um eine Verwandlung von Materie herbeizuführen. Einer verbreiteten volksetymologischen Deutung zufolge leitet sich das Wort von einer aramäischen oder hebräischen Wendung ab\, die «Ich erschaffe\, indem ich spreche» bedeutet. Der Titel verweist damit auf die Vorstellung\, durch Sprache – oder eine ausgesprochene Formel – Zugang zu einer anderen Wirklichkeit zu erlangen. Auch der Ausstellungstitel Tempting Fate spielt mit dieser Vorstellung und trägt eine doppelte Bedeutung: Zum einen bezeichnet er ein Schicksal\, das verlockend ist («a tempting fate»)\, zum anderen verweist er auf die englische Redewendung «to tempt fate»\, also das Schicksal herauszufordern\, es auf die Probe zu stellen oder es geradezu zu provozieren – sich etwas vorzustellen oder auszusprechen und dadurch zu riskieren\, dass es tatsächlich zur Wirklichkeit wird. Mit anderen Worten: Man sollte vorsichtig sein mit dem\, was man sich wünscht. \nTempting Fate ist die erste institutionelle Einzelausstellung des Künstlers ausserhalb des Vereinigten Königreichs und wird von Fanny Hauser kuratiert. Die Ausstellung wird durch die Unterstützung der Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung ermöglicht.
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